Vorschlag zur Regelung von Web basierten Location Based Services
VOM ÖFFENTLICHEN ZUM VERÖFFENTLICHTEN RAUM
Wie würde die Bundesrepublik Deutschland wohl reagieren, wenn nicht das Privatunernehmen Google, sondern Staaten wie beispielsweise die Volksrepublik China oder Pakistan spezielle Kamerafahrzeuge entsenden würden, um jede Ecke Deutschlands genau abzufilmen ...? Würden wir uns nicht in unserer staatlichen Souveränität bedroht fühlen?
Die Frage ist rein rhetorisch, denn Google hat bereits alle Claims abgesteckt! Google schafft schon seit Jahren Fakten und hat mittlerweile fast alle Städte Deutschlands fotografiert. Googles Vorgehen offenbart die Hilflosigkeit der Politik bei diesem Thema und sorgt für Verunsicherung bei den Bürgern und Bürgerinnen:
Entweder beruft man sich auf den antiquierten Begriff der Panoramafreiheit oder man stellt aus Bequemlichkeit den Nutzen von Street View für die Bürger in den Vordergrund. Selbst der Datenschutz läuft Gefahr in die Leere zu laufen, weil er sich mit Randbereichen auseinandersetzen muß, ob beispielsweise ein Autokennzeichen oder ein Gesicht in Street View erkennbar ist. So wichtig diese Feinheiten auch sein mögen, so wenig helfen sie, die virtuelle Kolonialisierung des gesamten öffentlichen Raumes in den Griff zu bekommen.
Schon seit Jahren zeichnet sich auf erschreckende Weise ab wie stumpf die Waffen des Urheberrechts oder des Datenschutzes im Internet sind. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen privat und öffentlich, weil sich der Begriff des öffentlichen Raumes verändert und auflöst. Mit Google Street View geht es nun um die Eroberung des physischen Raumes:
Der öffentliche Raum wird zum veröffentlichten Raum umgewandelt!
DIE VERKNÜPFUNG DES VIRTUELLEN MIT DEM PHYSISCHEN RAUM
Der folgende Vorschlag beruht auf Überlegungen mit einem Modell von „Virtual Air Rights“, den neuen Herausforderungen der digitalen Revolution zu begegnen:
Es ist naheliegend, daß es beim Abfilmen unserer Städte nicht um die Erstellung eines harmlosen, analogen Tourismus Prospektes geht. Eine Postkarte, die beispielsweise die Fassade des Hundertwasser Hauses in Wien zeigt, gibt nichts über dessen Käufer preis, sofern dieser bar bezahlt hat. Interaktive Online Medien funktionieren anders. Street View ist wie alle interaktiven Webservices ein Werkzeug um Daten zu sammeln und kommerziell zu verwerten. Der eigentliche Preis für die kostenlose Verwendung dieser Services ist die Abgabe aller verfügbaren Informationen und aller persönlicher Daten. Jeder verifizierte Datensatz eines gläsernen Konsumbürgers ist heute etwa 80,- wert. Dieser Wert wird steigen, wenn die gesammelten Informationen auch noch valide Geodaten beinhalten.
Abgesehen von den rein kommerziellen Aspekten zeichnet sich hier die Trennlinie zwischen dem öffentlichen Raum und dem veröffentlichten Raum ab: Niemand erfährt welche Daten von Google gesammelt werden, wer sie, abgesehen vom CIA, noch einsehen kann und was mit den Daten genau gemacht wird. Google funktioniert wie ein digitales Tagebuch, das wir jeden Tag freiwillig oder unfreiwillig schreiben, weil wir uns permanent offenbaren. Am Ende des Tages bekommen wir es aber nie zu Gesicht.
Heute lösen interaktive Location Based Services eine Goldgräberstimmung aus, nicht zuletzt weil wir es zulassen, daß die Geodaten und Bilder unserer Städte bereitwillig verschenkt werden. Ganz anders verhält es sich bei Drehgenehmigungen für Film und Fernsehproduktionen. Diese müssen meist bezahlt werden und können jederzeit ohne Angabe von Gründen vom Eigentümer einer „Location“ verweigert werden.
Der Vorschlag der Vitual Air Rights sollte uns mehr Souveränität geben und Möglichkeiten eröffnen mehr Transparenz über die Verwendung der Daten zu bekommen. Zugleich sollten wir an der Wertschöpfung von Ortsbezogenen digitalen Geschäftsmodellen durch die Bereitstellung der „Ressource“ des physischen Raumes beteiligt zu werden.
SOUVERÄNITÄT
Bei dem Vorschlag der Virtual Air Rights geht es darum, virtuelle Nutzungsrechte von Geodaten basierten Webservices an die Eigentums- und Nutzungsrechte von spezifischen physischen Orten zu koppeln. Dies ist notwendig, weil die Etablierung und Nutzung eines virtuellen Doppelgängers unserer Stadt und all seiner Gebäude fundamentale Auswirkungen auf eben diese hat.
Die Idee der Virtual Air Rights ist vergleichbar mit der Regelung von Luftrechten bei Hochhäusern in den USA. Die Verschattung, die durch ein Gebäude entsteht und die Bereitstellung von öffentlichen Räumen in den Erdgeschossen haben Einfluß auf Bau- und Nutzungsrechte. Es geht um die Entscheidung schutzlos in einem digitalen Schatten zu leben, oder in einer selbstbestimmten, digitalen Freiheit.
Die Virtual Air Rights schaffen diese Souveränität: Jeder Eigentümer eines physischen Grundstückes oder eines physischen Hauses, jede Kommune, jede Stadt, könnte diese Rechte verkaufen, vermieten oder behalten. Eine Stadt wie München könnte es ablehnen, beispielsweise aus Gründen des Denkmalschutzes oder des Stadtmarketings, daß aus dem Siegestor in Google Earth oder Steet View ein McDonalds Bogen wird. Genauso könnte die Stadt eben an den Werbeeinahmen, wie auch für Plakatwände im öffentlichen Raum, partizipieren - zum Schutz Einzelner und zum Profit der Allgemeinheit!
Die Formen und Details für eine Umsetzung, beispielsweise der Schaffung einer Art Gema für den öffentlichen Raum, sind an dieser Stelle noch offen. Wir sollten die Möglichkeit von Virtual Air Rights aber so zügig wie möglich diskutieren!
Stephan Doesinger, 2010
Mittwoch, 25. August 2010
Freitag, 30. Juli 2010
ImulseXL / PicWood

It´s good news! We´ve won the funding of the ImulseXL program by the AWSG in Austria.
That means, that we are about to start this business in Linz, Austria this summer.
Donnerstag, 22. April 2010
New Lasergraphy / Casting
Donnerstag, 15. April 2010
M-Drei Messestand
Montag, 22. März 2010
Cover Design Q-Magazine
Freitag, 19. März 2010
Nürnberg M-Drei / Launch

Nun ist auch der Online Shop unseres Kunden M-Drei eröffnet. Zu sehen auf Stand 10.1 - 420 auf der Holz-Handwerk 2010.
Donnerstag, 18. März 2010
Florence Avantgarde Fashion Biennale recovery

Talking about fashion - the video from our project at the Avantgarde Fashion Biennale in Florence is for some reason no longer on YouTube. So at least this image remains ...
The project shows fragments of the installation we did in Florence with fashion designer Kostas Murkudis. This space installation was a great experiment done with Daniel Hildman and the sound designers Andres Bosshard and Miki Yui. It was all about cinema and fashion. We decided to make a cinema without images. A "blind movie" so to say!
In the old railway station the "Statione Leopolda" we made a 20 meter long an 6 meter high screen from phosphorescent textile. The fabric was a custom production by Schoeller, the company that produces special fabrics for instance for Nike. Andres an Miki used small speakers, which normally are used for watches, for the installation. The small and thin plates were mounted with magnets and gave in conjunction with subweavers in the ceiling a great acoustic effect, when playing a piece of Mozart, or a "heartbeat symphony". From time to time a flash of light enhanced the effect of the fabric, so it would glow in the dark...
Labels:
innovative sound,
space installation
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